Lebenslanges Lernen gehört zum Berufsalltag

Landrat fordert Positionierung von beruflicher und akademischer Bildung auf Augenhöhe – Preise für Absolventen der Karl-Peter-Obermaier-Schule

PassauAls Türöffner zu einer Welt, die von den Absolventinnen und Absolventen selbst gestaltet werde, sofern sie dies wollten, hat der Passauer Landrat den Erfolg an der Berufsschule bezeichnet. Bei der Winterabschlussfeier der Karl-Peter-Obermaier-Schule machte Franz Meyer vor 350 Entlass-Schülern aus über 60 Nationen deutlich, dass lebenslanges Lernen zum beruflichen Alltag gehört. Einmal mehr skizzierte er sein Herzensliegen: "Die Positionierung von beruflicher und akademischer Bildung auf Augenhöhe."

Den jungen Leuten bestätigte Meyer in seiner Festrede, alles richtig gemacht zu haben – mit einem Abschluss, "den Euch niemand mehr nehmen kann." Aus eigener Erfahrung im beruflichen Werdegang heraus – unter anderem mit landwirtschaftlicher Ausbildung an der Berufsschule und Abschluss als Staatlich geprüfter Wirtschafter – erachtete es der ehemalige Landtagsabgeordnete und Staatssekretär als wichtig zu wissen, "wo man herkommt", aber auch bereit zu sein, mitzureden, mitzugestalten und mitzuverantworten. "Das Wir zählt" – so beschrieb der Landrat eine Kernerfahrung aus seiner Jugendarbeit und fügte hinzu: "Dieses Netzwerk trägt noch heute."

Vor diesem Hintergrund sprach Meyer den Absolventen auf Basis ihrer Abschlüsse in den Berufsfeldern Elektrotechnik, Metall- und Kfz-Technik sowie Gastronomie Mut zu, zumal das Rüstzeug dazu neben den Ausbildungsbetrieben von einer der besten Berufsschulen Bayerns gekommen sei. Stadt und Landkreis nähmen die Verantwortung dafür seit Jahrzehnten sehr ernst, unterstrich er, verbunden mit großem Lob für die Leistungsfähigkeit, Bandbreite, Durchlässigkeit und die vielen Wahlmöglichkeiten des Bildungssystems im Freistaat.

"Unsere Heimat mit ihren großartigen Betrieben ist ein guter Boden für Erfolg und Lebensglück", legte Meyer den Zeugnisempfängern ans Herz. Er nutzte die Gelegenheit ebenso zu einem Plädoyer für die tagtägliche Sicherung des Friedensmodells Europa und des starken Binnenmarktes der Europäischen Union, ohne die viele Erfolge der heimischen Wirtschaft gar nicht denkbar wären. "Jeder zweite Arbeitsplatz ist vom Export abhängig", bekundete der Festredner, um aufzuzeigen, wie wichtig ein freies, geeintes und demokratisches Europa auch für die Zukunft der Absolventen ist. Meyers eindringlicher Appell an sie: "Nutzt Eure Talente, mischt Euch ein, nehmt Eure Zukunft in die Hand." Denn, so der Landrat: "Wir brauchen Euch."

Diese Aussage untermauerte der Schulleiter mit Nachdruck. "Fachkräfte werden wie die Stecknadel im Heuhaufen gesucht", erklärte Oberstudiendirektor Eduard Weidenbeck, der im Beisein von Vertretern der Politik, aus Schulen, Behörden und Kammern, der Agentur für Arbeit, Kreishandwerkerschaft, Innungen, Verbänden sowie Firmen und Betrieben den jungen Leuten zum Erfolg gratulierte. Dankesworte richtete er an die Lehrer und Bediensteten der Staatlichen Berufsschule 1, vor allem aber an die Regierung von Niederbayern – repräsentiert durch Leitende Regierungsschuldirektorin Maria Sommerer – und den Berufsschulverband Passau. Keinen Zweifel ließ Weidenbeck daran aufkommen, dass berufliche Tätigkeit Menschen Bedeutung und Ansehen verleiht. Die Absolventinnen hielten Demokratie und Gesellschaft am Laufen. Damit verknüpfte er den Wunsch an sie, sich über ihren Umkreis hinaus zu engagieren – in Vereinen, Verbänden oder in Parteien. "Unsere Demokratie ist immer nur so stark, wie wir sie machen", lautete Weidenbecks Losung, die er den Berufsschul-Abgängern gedanklich ans Zeugnis heftete.

Die gelebte Internationalität an der Schule brachten Sayed Ahmed Sharifi und Waldemar Hamburg, zugleich Schülervertreter, in den Sprachen der Herkunftsländer und auf Deutsch zum Ausdruck. Ihr Vergleich der "Goldenen Regel" für eine harmonische Gemeinschaft, basierend auf Passagen aus dem Koran und der Bibel, war verblüffend, weil sehr ähnlich klingend. Zusammen präsentierten sie symbolisch den "Schlüssel zum Frieden" auf der Leinwand. Einen Einblick in seinen mehrmonatiges Auslandsaufenthalt in den USA gewährte Max Meusel, der für eine Ausweitung solcher Möglichkeiten warb. Sein Fazit: "Das würde unserem Ausbildungssystem guttun und es attraktiver machen."

Als Einstieg in einen Fortbildungs- und Qualifizierungsmarathon beschrieb stellvertretender Schulleiter Albert Heider die erfolgreiche Berufsausbildung. Nach seinen Worten haben 57 Schüler (16 Prozent) einen Notendurchschnitt von 1,5 oder besser erzielt. Insgesamt 18-mal sei die Traumnote 1,0 erreicht worden, so der Studiendirektor. Als Anerkennung für diese herausragenden Leistungen gab es Urkunden der Regierung von Niederbayern, Buch- und Geldpreise. Zahlreiche Absolventen streben eine Weiterqualifizierung als Meister oder Techniker an, viele ein Studium.

DIE PREISTRÄGER

Buchpreise: Marco Schernhammer aus Johanniskirchen (Werkzeugmacher, Notenschnitt 1,1, Ausbildungsbetrieb Lindner Group KG Arnstorf); Markus Damberger aus Thyrnau (Zerspanungsmechaniker, Notenschnitt 1,1, ZF Friedrichshafen AG Passau); Christoph Müller aus Obernzell (Zerspanungsmechaniker, 1,2, A&W GmbH Thyrnau); Niklas Scherz aus Hauzenberg (Zerspanungsmechaniker, 1,2, J&H Metall- und Maschinenbau Thyrnau); Lucas Reislhuber aus Pocking (Zerspanungsmechaniker, 1,5, Siemens AG Ruhstorf); Manuel Königseder aus Untergriesbach (Zerspanungsmechaniker, 1,7, Jelba GmbH Hauzenberg); Maximilian Schmid aus Hauzenberg (Zerspanungsmechniker, 1,7, ZF Friedrichshafen AG Passau). – Elias Köppl aus Salzweg (Anlagenmechaniker SHK, Notenschnitt 1,4, Georg Breitenfellner Salzweg); Samuel Baumgartner aus Tiefenbach (Anlagenmechaniker SHK, 1,5, Wagner Gebäudetechnik Tiefenbach). – Michael Lausecker aus Hauzenberg (Kfz-Mechatroniker Pkw-Technik, 1,28, Auto Leebmann Passau); Manuel Schosser aus Ortenburg (Kfz-Mechatroniker Pkw-Technik, 1,42, Audi-Zentrum Passau); Philip Aigner aus Pocking (Kfz-Mechatroniker Pkw-Technik, 1,28, Auto Ringler GmbH Pocking), Christoph Huber aus Fürstenzell (Kfz-Mechatroniker Nutzfahrzeugtechnik, 1,14, Josef Paul GmbH & Co. KG Vilshofen). – Stefan Bauer aus Tittling (Land- und Baumaschinenmechatroniker, 1,5, Reinhold Meister Wasserbau Hengersberg). – Stefan Daik aus Hofkirchen (Land- und Baumaschinenmechatroniker, Notenschnitt 1,4, KS-Landtechnik Windorf); Walter Mörtlbauer aus Fürstenzell (Land- und Baumaschinenmechatroniker, 1,2, Mörtlbauer Baumaschinen Fürstenzell). – Alexander Kölbl, Tittling (Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, 1,4, Elektro Ilg Fürstenstein), Max Meusel aus Ruderting (Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, 1,4, Elektro Meusel Passau). 

GeldpreiseMilena Dawuidow aus Kastl (Hotelfachfrau, 1,0, Hotel Reischlhof Wegscheid); Elena Lechner aus Ruhstorf (Hotelfachfrau, 1,3, Spa und Romantik Hotel Am Mühlbach Bad Füssing); Alexej Fund aus Bad Griesbach (Koch, 1,0, Hotel Maximilian Bad Griesbach).

FörderkreispreiseSimon Schacherl aus Waldkirchen (Anlagenmechaniker SHK, 1,0, Pauli Heizung Sanitär Freyung). – Michael Schmied aus Schönau (Land- und Baumaschinenmechatroniker, 1,0, Schmied Landtechnik Schönau). – Stefan Erickson aus Windorf (Industrieelektriker Fachrichtung Betriebstechnik, 1,0, Knürr AG Arnstorf). – Fabian Penzenstadler aus Waldkirchen (Elektroniker für Betriebstechnik, 1,0, ZF Friedrichshafen AG Passau). – Matthias Eibl aus Untergriesbach (Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, 1,0, SAB Schaltanlagenbau Passau); Thomas Zistler aus Passau (Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, 1,0, Guggemos Elektrotechnik GmbH & Co. KG Passau). – Stefan Markl aus Passau (Mechatroniker, 1,0, ZF Friedrichshafen AG Passau); Lukas Schmid aus Fürsteneck (Mechatroniker, 1,0, ZF Friedrichshafen AG Passau); Manuel Weidinger aus Jandelsbrunn (Mechatroniker, 1,0, ZF Friedrichshafen AG Passau). – Fabian Wendlandt aus Passau (Fachinformatiker-Systemintegration, 1,0, Innowerk-IT GmbH Passau). – Chiara Haslinger aus Bayerbach (Friseurin, 1,0, Salon Carmen Pfarrkirchen).

Berufsschulverbandspreise: Stefan Maier aus Büchlberg (Industriemechaniker, 1,0, ZF Friedrichshafen AG Passau), Stefan Raitner aus Neureichenau (Industriemechaniker, Notenschnitt 1,0, ZF Friedrichshafen AG Passau), David Braumandl aus (Anlagenmechaniker SHK, 1,0, Josef Friedberger GmbH Tittling).

Staatspreise: Thomas Pangratz aus Ortenburg (Kfz-Mechatroniker-Nutzfahrzeugtechnik, 1,0, Berger Holding Vilshofen), Lukas Zitzelsberger aus Nammering (Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, 1,0, Elektro Rustler Passau.

Sonderpreis Karl-Peter-Obermaier-Schule Passau (speziell gefertigte Funktionsuhr) für den besten Zerspanungsmechaniker: Markus Damberger aus Thyrnau (Ausbildungsbetrieb ZF Friedrichshafen AG Passau). (PNP vom 

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