Leben retten leicht gemacht

SMV der Staatlichen Berufsschulen veranstalten Typisierungsaktion – Bereits 1500 Anmeldungen

Passau. Jeder Mensch kann Leben retten und das ohne eine große Heldentat zu vollbringen. Lediglich zwei Milliliter Blut muss man sich bei der Typisierung abnehmen lassen, um zum Kreis der potenziellen Lebensretter gezählt zu werden. Die Schülermitverantwortungen (SMV) der staatlichen Berufsschulen I und II in Passau organisieren im April unter dem Motto "Ärmel hoch gegen Blutkrebs" wieder eine Typisierungsaktion, die diesen Kreis erweitern soll. Bereits zum vierten Mal richten die Schulen die Veranstaltung aus, die am 12. April ihren Auftakt hat. Mit großem Erfolg.

"Wir veranstalten als SMV jedes Jahr eine gemeinnützige Aktion. Die letzte Typisierungsaktion liegt bereits drei Jahre zurück, darum ist nun wieder der perfekte Zeitpunkt", erklärt Schülersprecher Martin Madl. Bei den vergangenen Aktionen ließen sich bereits 2233 Personen typisieren. 37 davon haben bereits Stammzellen für Leukämiekranke oder Menschen mit ähnlicher Erkrankung gespendet – eine sehr gute Quote.

 

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für diese Krankheiten, nicht zuletzt durch solche Aktionen, deutlich gestiegen. Deshalb haben sich für dieses Jahr schon rund 1500 Schüler bereit erklärt, sich typisieren zu lassen. Ein finanzielles Mammutprojekt, denn die Typisierung kostet pro Person 40 Euro. Die Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) finanziert solche Veranstaltungen zwar, "wir wollten uns aber nicht nachsagen lassen, dass wir uns die gesamte Aktion bezahlen lassen", sagt Aktionskoordinator Rudolf Peck. Deshalb hat die SMV ihre gesamten Rücklagen von den Aktionen des vergangenen Jahres gespart, in den Klassen wurden insgesamt 4300 Euro von den Schülern gespendet und auch verschiedene Unternehmen aus der Region sicherten ihre Unterstützung zu. Des Weiteren stellt die Staatliche Berufsschule II ihre Schüler, die sich zu Medizinischen Fachangestellten ausbilden lassen, für die Blutabnahme zur Verfügung und kann so ebenfalls Geld einsparen. Selbstverständlich ist aber auch immer ein Arzt anwesend, um die nötige medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Auftaktveranstaltung der Aktion ist am 12. April um 14 Uhr in der Aula der Berufsschule I. Unter Schirmherrschaft von Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper und dem Passauer Landrat Franz Meyer werden ein ehemaliger Spender sowie Verantwortliche der Leukämiehilfe und der AKB ihre Erfahrungen vortragen. Die Tage, an denen die Typisierung stattfindet, sind dann der 13. April, vom 17. bis zum 19. April sowie der 23. April. Auch wer kein Schüler an den Berufsschulen ist, kann an einem der Termine einfach kommen.

So läuft die Aktion ab: Am Anfang erhält jeder Spender ein Infoblatt. Nach der Erfassung der persönlichen Daten (mit den Krankenkassenkarte geht es am schnellsten) werden zwei Milliliter Blut entnommen. Danach bekommt man ein Getränk und einen Snack – und ist bereits erlöst. Die genetischen Parameter werden dann aus dem Blut gelesen und in eine Datenbank eingespeist. Nun können Ärzte auf der ganzen Welt nach einem genetischen Zwilling für ihren Patienten suchen und ihn um eine Spende bitten. Auch das ist wichtig zu wissen: Wer sich typisieren lässt, ist noch lange nicht zum Spenden verpflichtet. Grundsätzlich ist jeder Mensch zwischen 17 und 45 Jahren und ohne schwerwiegende Erkrankungen dazu geeignet, seine Stammzellen zu spenden.

ÜBER DIE AKBDie Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern betreut mittlerweile knapp 310000 Spender vornehmlich aus Bayern. Von diesen konnten bisher schon über 4000 Stammzellenspenden vermittelt werden. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 11000 Menschen neu an Leukämie. Zwar haben sich bereits über 31 Millionen Menschen in ein weltweit vernetztes Spendenregister aufnehmen lassen, jedoch gibt es für jeden zehnten Patienten noch immer keinen passenden Spender. (PNP vom 11.04.2018)

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