Kampfansage gegen Vorurteile

Projekttag an der Karl-Peter-Obermaier-Schule

PassauAngst und Unsicherheit prägen häufig die Diskussion über Flucht und Migration. Die Verunsicherung scheint umso größer, je weniger Kontakt zwischen den Menschen besteht. Mit einem Projekttag hat sich die Karl-Peter-Obermaier-Schule der Herausforderung angenommen, diese Grenzen abzubauen.

Die Passauer Berufsschule bereitet etwa 2500 Schüler in fast 100 Fachklassen auf eine erfolgreiche Berufslaufbahn vor. In sechs Berufsintegrationsklassen werden Flüchtlinge und Asylbewerber in einer zweijährigen Berufsvorbereitungsphase für eine Ausbildung fit gemacht.

Bei dem Projekttag unter dem Motto "Geben und Nehmen" wurde ein gegenseitiges Kennenlernen zwischen Flüchtlings- und Fachklassen angebahnt. Heidi Freudenstein, die Flüchtlingskoordinatorin der Berufsschule, wollte den Blick weg von der aufgeladenen politischen Diskussion hin zum Alltag der jungen Menschen lenken "und dadurch Vorurteile abbauen".

Die Teilnehmer wurden unter anderem in einem Quiz mit kontroversen Zitaten konfrontiert, zum Beispiel: "Die Leute finden ihn als Fußballer gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben. Wer hat das gesagt?" Danach folgte die Aufarbeitung des Films "Jahfandu", der wichtige Stationen im Leben von zwei jungen Flüchtlingen in Bayern dokumentierte. Die Ausstellung "Asyl ist Menschenrecht" rundete das Angebot ab.

Der Projekttag fand in Kooperation mit Mischkultur e.V. aus Regensburg statt. Den Moderatoren Werner Damböck und Volker Dietl gelang es, einen intensiven Austausch unter den Schülern anzuregen. Die Flüchtlinge Amir und Sani drücken das so aus: "Wir haben jetzt das Gefühl, wir gehören mehr zur Schule". Und für Zallouk erfüllte sich ein großer Wunsch: "Wir haben jetzt deutsche Bekannte."(PNP vom 07.05.2018)

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