Handwerk kann auf guten Nachwuchs bauen

Berufsschulabsolventen mit Preisen ausgezeichnet – Schülermitverantwortung organisiert Typisierung

Passau. Unter großer Anteilnahme aus dem Handwerk bekamen die Abschlussschüler der Staatlichen Berufsschule 1 ihre Zeugnisse ausgehändigt. In der Feierstunde gab es für besondere Leistungen 23 Buchpreise und elf Geldpreise. Drei Absolventen erhielten für ihre herausragenden Leistungen Staatspreise. Schulleiter Eduard Weidenbeck merkte auch an, dass eine Reihe der Schulabgänger ihre Lehrzeit verkürzen konnten. Am Rande der Veranstaltung warb die Schülermitverantwortung (SMV) für eine Typisierungsaktion zur Bekämpfung der Leukämie.
Oberstudiendirektor (OStD) Eduard Weidenbeck konnte zur diesjährigen Winter-Abschlussfeier neben vielen Vertretern des Handwerks besonders Oberbürgermeister Jürgen Dupper, Vizelandrat Klaus Jeggle, den Geschäftsführer des Berufsschulverbandes Franz Stangl, Festredner Herbert Drexler, von der Nachbarschule OStD Robert Lindner, den ehemaligen Schulleiter Hans Käfler, von den Kammern und Innungen Thomas Graupe, Dominik Bauer, Peter Hoft, Thomas Amsl, Paul Kirchberger, Vinzenz Reif und Robert Soppart sowie Caroline Schmitt vom Hotel- und Gaststättenverband und Günter Schmiedl von der Agentur für Arbeit begrüßen.
350 Absolventen wurden verabschiedet, die in den vergangenen Wochen erfolgreich ihren Berufsschulabschluss erworben hatten. Davon schlossen 34 mit sehr guten Leistungen ab, neun mit der Traumnote 1,0. Dieser Tag zähle zu den Höhepunkten im Laufe eines Schuljahres, betonte Weidenbeck und erinnerte daran, dass die Berufsschule 1 zu den 17 von 180 Berufsschulen in ganz Bayern gehöre, die für das Förderprogramm Industrie 4.0 ausgewählt wurden, das mit 230 000 Euro dotiert sei. Die Schule werde das Geld für die Erweiterung der Automatisierungstechnik verwenden.

Dass heute wieder eine Reihe von Schülern besonders ausgezeichnet werden könne, sei ein Beleg für die hohe Ausbildungsqualität in den Betrieben der Region. Einige Schüler aus der Gastronomie haben dabei vorzeitig ihre Abschlussprüfung ablegen können.
Zum Festredner Herbert Drexler gewandt, meinte der Oberstudiendirektor, "sie haben ihr Hobby zum Beruf gemacht". Seit den 80er Jahren seien die Produkte der Fa. Drexler Automotive aus Salzweg sehr erfolgreich im Automobilrennsport im Einsatz, aber auch in Fahrzeugen der Spitzenklasse.
In einem Vergleich mit dem Sport, angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele, wies Weidenbeck darauf hin, dass für den Erfolg nicht nur Talent und Trainingsfleiß verantwortlich seien, sondern auch die Trainer. Deshalb gelte es heute Eltern, Ausbildern und Lehrkräften zu danken, die jahrelang unterstützend zur Seite gestanden seien. Jetzt gelte es aber weiter das berufliche Können und Wissen zu trainieren, weil die Qualitätsansprüche der Kunden immer höher würden. Jeder Absolvent würde als qualifizierte Fachkraft in den Betrieben dringend benötigt und deshalb heiß umworben. "So wie jeder Olympionike ein Botschafter seines Landes ist, so sollten sie bei jeder Gelegenheit Botschafter ihres Berufes, ihres Betriebes und unserer Region sein", bat der Schulleiter die jungen Leute.
Im Festvortrag gab Herbert Drexler den Absolventen Nützliches mit auf den beruflichen Lebensweg. Der Gründer und Inhaber der Fa. Drexler Automotive GmbH in Salzweg kann auf 20 Jahre Erfolgsgeschichte im Bereich Antriebstechnologien zurückblicken und beschäftigt heute 120 Mitarbeiter, darunter 20 Lehrlinge. Jährlich kommen fünf Azubis hinzu. Mit drei Mitarbeitern habe er in einer Garage angefangen, seine Erfahrungen als Rennfahrer in die Verbesserung der Antriebstechniken einzubringen. Dieses Wachstum sei einem starken Team und den Attributen Leidenschaft, Antrieb und Neugierde zu verdanken. Er stellte heraus, dass derzeit Fachkräfte dringend gesucht würden. Er appellierte an den Nachwuchs, die Entwicklungs- und Aufstiegschancen in mittelständischen Betrieben zu nutzen. Drexler legte den jungen Leuten besonders ans Herz, Geduld, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen zu haben und immer auf den inneren Antrieb zu hören. "Was ihr gerne und mit Leidenschaft macht, das macht ihr auch gut und verfolgt es langfristig", schloss der Unternehmer seine Ratschläge an die Absolventen.
Mit dem Oberbürgermeister überreichte der stellvertretende Schulleiter Albert Heider die Preise. Die Feier, die mit einem Sektempfang zu Gunsten der Sozialaktion "Typisierung" der SMV abgeschlossen wurde, umrahmten musikalisch "Sebastian und Jonas". Das Duo aus der Mauth ist sehr erfolgreich in der bayerischen Wirtshausmusik und bekam 2015 den internationalen Volksmusikpreis. Jonas Hackl war unter den Absolventen als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik.

PREISTRÄGER

Buchpreise erhielten die Industriemechaniker Michael Maier, Lukas Leithenmüller, Dominik Klein, Dimitri Kurnosenko, die Werkzeugmechaniker Michael Huber, Sebastian Neuburger, Vinzenz Haas, die Zerspanungsmechaniker Christina Altendorfer, Franziska Fürst, Anlagenmechaniker Gregor Straßer, Kfz-Mechatronikerin Anja Mitterreiter, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik Jürgen Haidn, Karl Bauer, für Betriebstechnik Florian Fischer, Mechatroniker Christian Hammerl, Benedikt Lichtenauer, Fachinformatiker-Systemintegration Lukas Molz, Benedikt Kellermann, Alexander Kretschmer, Friseur Sandro Behringer, Koch Marko Markovic, Hotelfachfrau Anna Maria Fichtner, Noelle Szöts, Preise des Hotel- und Gaststättenverbandes Michael Geier (Koch), Johanna Hammerl (Hotelfachfrau), Nadine Rauch (Restaurantfachfrau), Förderkreis-Preisträger Christoph Kirchberger, Matthias Kirchberger (beide Industriemechaniker), Verbandspreisträger Tobias Engleder (Zerspanungsmechaniker), Emanuel Watzl (Mechatroniker), Markus Hillmeier (Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung), Staatspreisträger Axel Mayrer (Kfz-Mechatroniker), Johanna Snell (Mechatronikerin), Konstantin Gastinger (Fachinformatiker-Systemintegration). Als bester Absolvent bei den Zerspanungsmechanikern erhielt für die Note 1,0 Tobias Engleder eine von Artur Knödlseder und Marius Sikora maßgeblich gefertigte wertvolle Funktionsuhr. (PNP vom 02.02.2018)

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