Gerüstet für "Industrie 4.0"

Siebenachsige Drehmaschine für die Gewerbliche Berufsschule

Passau. Verbandsvorsitzender Walter Taubeneder hat der Staatl. Berufsschule I Passau ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk übergeben: eine so gewichtige wie noch wichtigere CNC gesteuerte Drehmaschine für den praktischen Unterricht in der Metallabteilung dieser Schule.

Voraussetzung für die notwendige Anschaffung dieser Industrie-4.0-fähigen CNC-Drehmaschine war, dass die Berufsschule eine Förderschule für Industrie 4.0 wurde, ein Zukunftsprojekt zur umfassenden Digitalisierung der industriellen Produktion.

Durch entsprechende Schnittstellen, so erklärte Abteilungsleiter Marius Sikora bei der Übergabe der Maschine, sei diese Industrie-4.0-fähig und könne damit mit dem ebenfalls erst vor kurzem für sehr viel Geld ausgestatteten Automationsraum und mit den bereits vorhandenen Robotern vernetzt werden. Die Programmierung von Maschinen mit Gegenspindel werde seit zwei Jahren in den Prüfungen verlangt, daher könne die Schule zukünftig die komplexen Prozesse den Schülern live zeigen.

Über 80 Prozent der regionalen großen Metallbetriebe wie zum Beispiel ZF Passau, Knorrbremse oder Drexler würden bereits diese Maschine verwenden, sagte Schulleiter Eduard Weidenbeck. Damit seien die Schüler und Auszubildenden mit dieser Maschine auch bereits bestens vertraut.

Zum Einsatz kommt laut Sikora diese siebenachsige DMG-Gildmeister CLX350 mit Gegenspindel und einer Y-Achse sowohl in der Ausbildung der Zerspanungsmechaniker als auch in der Staatlichen Fachschule für Maschinenbau. "In ganz Niederbayern sind wir jetzt die einzige Berufsschule und Fachschule für Maschinenbau, die so eine Maschine mit Gegenspindel besitzt", erklärte Sikora stolz dem Verbandsvorsitzenden.

Sie habe dem Berufsschulverband aber auch viel Geld gekostet, wie der Vorsitzende dazu erklärte. Während der Neupreis bei rund 170000 Euro liege, sei dieses Gerät schließlich durch entsprechende Verhandlungen "günstig" für 147000 Euro zu bekommen gewesen.

Geschäftsleiter Wolfgang Globisch sagte, dass dieser Betrag durch den Verkauf einer alten Fünfachs-Drehmaschine und durch Umschichtungen im Haushalt finanziert worden sei. Und schließlich war noch eine logistische Meisterleistung notwendig, um diese riesige Maschine überhaupt in den dafür vorgesehenen Fachraum zu bekommen. − fst

Zurück