Gaumenfreuden mit der Würze der Goldpomeranze

Köche und Servicekräfte zeigen beim KPO-Wettbewerb der Berufsschule 1 ihr Können – Juror Stefan Dietl: "Zuerst Ausbildung, dann Studium"

Passau. Jungköchin Maria Stemp vom Jagdhof Röhrnbach und Service-Talent Sandra Edlfurtner vom Reischlhof Wegscheid haben die Goldmedaille bei der 14. Regionalmeisterschaft der gastronomischen Ausbildungsberufe an der Karl-Peter-Obermaier-Schule, der Berufsschule 1 in Passau, erzielt und den Schulpokal erhalten. Bei dem Wettbewerb um den KPO-Pokal zeigten 23 Schüler aus dem zweiten Lehrjahr mit einem schmackhaften Degustationsmenü sowie erfrischenden Cocktails und Service-Kompetenz ihr Können.
Die Silbermedaille erwarben Janine Fraunhofer vom Hofgut Hafnerleiten im Service und Michael Wenzl vom Reischlhof Wegscheid in der Küche. Bronze nahmen Jungköchin Emilia Schöffberger von der Hoftaferne Neuburg und Servicefachkraft Milena Dawuidow vom Reischlhof Wegscheid entgegen. Vierte Plätze belegten im Service Janina Meier, Sabrina Niggl, Vanessa Schwarz, Sara Stadler, Alena Zweckstetter, Diana Kroiss, Felipe Acevedo und Hamid Ahmadi sowie in der Küche Georgina Mirica, Julian Bichlmeier, Johannes Friederich, Alexej Fund, Adrian Maier, Raphael Malcher, Daniel Mejia Haas, Felix Mießlinger und Julian Zinsberger.
Die KPO-Meisterschaft biete Auszubildenden eine Plattform, ihr Können einem breiten Publikum zu zeigen und sich die Eintrittskarte für die nächsthöhere Liga zu erwerben, sagte Martha Ruhhammer von der Schulleitung vor Schülern, Lehrern, Juroren und Ehrengästen, darunter Fritz Mayer und Peter Mayerhofer vom Hotel- und Gaststättenverband, die Verbandsrätinnen Sissi Geyer, Anni Regner und Maria Silbereisen, Kämmerer Markus Stoiber und Schulleiter Eduard Weidenbeck. Sie betonte die Unterstützung der Juroren und Sponsoren sowie von Richter a.D. Klaus Huber, der Jugendliche über die Folgen des Alkoholkonsums aufklärt, und Hermann Scheuer, Chef der Stadtgärtnerei, der mit seinem Dauerprojekt "Goldpomeranze" beitrug. Der Wettbewerb diene dazu, sich zu vergleichen, die eigene Leistung ins rechte Licht zu rücken sowie Talente zu entdecken.
Die Auszubildenden würden mit ihren Köstlichkeiten zudem für Beruf und Region werben, betonte Ruhhammer. Passau habe nicht nur viele Sehenswürdigkeiten, sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal, die Goldpomeranze. Hermann Scheuer von der Stadtgärtnerei habe die Pflanze kultiviert und dafür gesorgt, dass man das Patent dafür erhielt. Küchenchef Alois Wimmer habe das Rezept dazu geliefert.
Aloisia Fesl, Leiterin der Gastronomie-Abteilung der Schule, würdigte die Besucher, die ihr Interesse an den Auszubildenden bekundeten. Sie hob die Mithilfe der Betriebe hervor, die die Wettbewerbsteilnehmer freistellten sowie der Prüfer, Spender und Lehrkräfte, die viel Freizeit in den Wettbewerb investierten.
Seit acht Uhr morgens schnipselten und brutzelten die Küchenkünstler, um nach einem vorgegebenen Warenkorb, den Juror Alexander Gottinger vom Reischlhof erläuterte, köstliche Speisen zu zaubern. Das dreigängige Degustationsmenü bestehe aus regionalen Produkten und den Hauptkomponenten Saiblingsfilet, Schweinefilet und Erdbeer-Dessert. Es seien "tolle Kombinationen" entstanden, zum Beispiel Schweinefilet mit Kräuterkruste oder im Tramezzini-Mantel, Rahmeis von der Erdbeere, Sorbet, Quarknusstörtchen und lauwarmer Schokokuchen mit Erdbeeren. Die Servicekräfte gestalteten Tische oder kreierten Kanapees, mixten Cocktails, überzeugten bei einer sogenannten "Erkennungsstrecke" mit Wissen und servierten die Gaumenfreuden.
Schulleiter Eduard Weidenbeck zeigte sich von den Gerichten und dem Service-Geschick beeindruckt. Er betonte den Einsatz der Köche-Jury aus Aloisia Sommer, Alexander Gottinger, Michael Kerschbaum und Peter Sagmeister sowie der Service-Juroren Michaela von Waechter, Stefan Dietl, Markus Bedau und Alex Ebner.
"Wir haben einen Beruf, den musst du leben", sagte Prüfer Stefan Dietl, Wirt im Hotel "Mariandl" in Elisabethszell und Botschafter Niederbayerns. Gastronomieberufe ermöglichten, auf der ganzen Welt zu arbeiten. Die deutsche Ausbildung sei hochwertig. Alle, die in die Welt hinaus gehen, würden mit Handkuss genommen. Er rief die jungen Leute auf, nicht gleich zu studieren, sondern zuerst eine Lehre zu absolvieren. Nur so habe der Mittelstand eine Chance, Fachkräfte zu finden. Er appellierte an die Politiker, ein anderes Schulsystem zu schaffen.
Peter Mayerhofer, Ausbildungsbotschafter der Kreisstelle Passau des Hotel- und Gaststättenverbands im DEHOGA Bayern aus Aldersbach, zollte den "künftigen Sterneköchen, Restaurantleitern oder Hotelmanagern" Respekt. Er betonte die Vorteile der dualen Ausbildung und sprach den Ausbildern ein Kompliment aus. Die Branche biete viele Möglichkeiten, Aufstiegs- und weltweit anerkannte Karrierechancen. Fritz Mayer übergab den Schulpokal. Die jungen Wettbewerbsteilnehmer seien mit Strahlkraft dabei gewesen, resümierte Alois Wimmer. Passau sei Genussstadt. Die Goldpomeranze habe als "zartbittere Schönheit" wesentlichen Anteil an den verarbeiteten Gewürzstoffen. Schale, Konzentrat und Granulat, das er selbst zubereitete, verliehen den Speisen eine besondere Note. Dies sei ein Synergieeffekt der Kooperation zwischen Stadtgärtnerei und Berufsschule. (PNP vom 22.06.2018)

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