Digitale Transformation

Berufsschule rüstet sich für die Veränderung der Arbeitswelt

Passau. Der Freistaat hat die Karl-Peter-Obermaier-Schule in das Programm "Exzellenzzentren an Berufsschulen" aufgenommen und als Modellschule für das Pilotprojekt "Industrie 4.0" ausgewählt. Da der digitale Wandel die Art zu kommunizieren, zu lernen und zu arbeiten spürbar verändern wird, rüstet sich die Berufsschule für den nächsten großen Schritt in Richtung digitaler Transformation.

Um eine bestmögliche Vorbereitung auf die digitale Berufswelt zu gewährleisten, ist eine Kooperation mit wichtigen Akteuren der Bildungskette unverzichtbar. "Die Digitalisierung verändert die Ausbildung und Qualifizierung in der Berufswelt so grundlegend, dass wir diesen Prozess gemeinsam mit den beteiligten Akteuren zukunftsgerichtet gestalten wollen", begründet Schulleiter Eduard Weidenbeck den Partnerschaftsvertrag, den seine Schule mit Siemens, einem Weltmarktführer für intelligente digitale Lösungen, abgeschlossen hat.

 

Siemens betrachtet Bildung als den entscheidenden Schlüssel zum Gelingen des Digitalisierungsprozesses. "Digitalization needs Education", bekräftigt Karl Hermann Dietz, der für Siemens Bildungseinrichtungen mit spezifischem industriellem Know-how auf dem Weg zu Industrie 4.0 unterstützt. "Unsere Erfolge im digitalen Wandel hängen stark davon ab, wie wir die Potenziale und Talente der Menschen zur Entfaltung bringen", präzisiert Senior Promotor Alois Penzkofer die Firmenphilosophie, die eine Verantwortung für exzellente Qualifizierung nicht nur bei Bildungsinstitutionen, sondern auch bei Unternehmen sieht. Über Marius Sikora, Leiter der praktischen Ausbildung an CNC-Werkzeugmaschinen, wurden die Kontakte geknüpft. Der Ruf der Schule am Fernsehturm als Zentrum für innovative Ausbildung in den Bereichen Elektrotechnik, Metalltechnik und IT-Technik war der Türöffner für dieses zukunftsweisende Kooperationsprojekt. Entscheidend war letztlich auch, dass die Karl-Peter-Obermaier-Schule ein qualifiziertes Weiterbildungsangebot für staatlich geprüfte Techniker etabliert hat.

Im Rahmen der neu geschlossenen Kooperation erhalten Lehr- und Ausbildungskräfte im Technologie- und Applikationszentrum von Siemens ein umfangreiches "Train-the-Trainer"-Basistraining für unterschiedliche technologische Schwerpunkte. Dafür werden sie als CNC-Trainingspartner zertifiziert und führen CNC-Schulungen mit Sinumerik-Steuerungen durch. Absolventen der Schule erhalten damit die Chance, eine erfolgsorientierte Qualifizierung in CNC-Bedienung und -Programmierung zu erwerben. Die erreichten Kompetenzen werden in Zertifikaten ausgewiesen.

Das Siemens NX Academic Bundle beinhaltet die gesamten Module, unter anderem auch die notwendigen Module, um die gesamte digitale Prozesskette abzubilden: von der Erstellung der CAD-Modelle, also der computerunterstützten Konstruktion und Entwicklung, der Wahl der passenden Bearbeitungsstrategie bis zum rechnergestützten Herstellungsprozess.

In Kombination mit der vorhandenen Maschinenausstattung verfügt die Karl-Peter-Obermaier-Schule nun über eine Ausbildungsumgebung auf Industrieniveau. Darauf hat der Automatisierungsspezialist Karim Mir Sadry lange hingearbeitet.

Fachschulkonrektor Günther Hölzl ist wichtig, dass das Ausstattungspaket sowohl die Anforderungen der Maschinenhersteller als auch die Anforderungen für den Betrieb der Werkzeugmaschine erfüllt. (PNP vom 12.12.2018)

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