Die Klassenzimmer werden digitalisiert

Berufsschulen stellen Förderantrag für Digitalbudget des Freistaats – Bis zu 760 000 Euro an Mitteln möglich

Passau. Die Zeiten von quietschender Kreide auf grünen Tafeln sind vorbei: Die Klassenzimmer im Jahr 2018 werden digitalisiert und mit interaktiven Whiteboards ausgestattet, ebenso mit Tablets, Visualizern und Beamern. Dafür gibt es Gelder von der Bayerischen Staatsregierung, die nun auch die Passauer Berufsschulen abgreifen möchten.

Auf ein Whiteboard lassen sich am Computer erstellte Präsentationen werfen und es ist direkter Internetzugang möglich – es kann aber auch klassisch als Schreibtafel genutzt werden. "Laut Kultusministerium ist mit einem Digitalbudget in Höhe von bis zu 260000 Euro für den Berufsschulverband Passau zu rechnen", erklärte EDV-Techniker Johannes Wallinger der Verbandsversammlung, die am Montag letzter Woche tagte. Zehn Prozent der Kosten sind von den Berufsschulen selbst zu tragen. Somit können die Berufsschulen also insgesamt 288888 Euro für das digitale Klassenzimmer ausgeben, was einem Eigenanteil von 28888 Euro entspricht.

In diesem Budget sind die Kosten für die neuen Geräte wie Visualizer – eine Dokumentenkamera, der Nachfolger des Overheadprojektors –, Beamer oder Computer beinhaltet. Nicht jedoch die Kosten für die benötigten Transportladeboxen und -wagen sowie für Computertische. "Es würden zwingend erforderliche Nebenkosten von rund 25000 Euro entstehen, die nicht förderfähig sind", informierte Wallinger die Verbandsmitglieder. Dass diese Nebenkosten für den Haushalt 2019 eingeplant werden, genehmigte die Versammlung einstimmig – ebenso wie das Einreichen des Antrags bis 31. Dezember bei der Regierung. "Die Digitalisierung ist eine Zukunftsaufgabe", erklärte Verbandsvorsitzender Walter Taubeneder.
Zum bayerischen "Digitalbudget" gibt es ein ergänzendes Förderprogramm, das sogenannte "Budget für integrierte Fachunterrichtsräume an berufsqualifizierenden Schulen". Förderfähig sind Ausstattungen für integrierte Fachunterrichtsräume, also Unterrichtsräume, die Theorie und Praxis mit experimentellen Einrichtungen, Maschinen und Geräten verbinden. "Im Moment haben wir eine Dreiachsfräsmaschine mit einem Stand-Alone-PC", informierte da Wallinger die Versammlung. Er schlug vor, über das Programm 16 Arbeitsplätze mit Computern an die Fräsmaschine anzuschließen. Für den Berufsschulverband Passau ist mit einer Förderung in Höhe von 530000 Euro zu rechnen – insgesamt könnte man also 588888 Euro ausgeben, wiederum bei einem zehnprozentigen Eigenanteil in Höhe von 58888 Euro. Wiederum nicht im Förderprogramm inbegriffen sind Kosten für die Transportladeboxen und -wagen sowie Computertische. "Dadurch entstehen nochmals Nebenkosten in Höhe von rund 20000 Euro", sagte Wallinger. Den Eigenanteil und die Nebenkosten für den Haushalt 2019 einzuplanen genehmigt die Verbandsversammlung einstimmig.
Unklarheit herrschte allerdings bei der Höhe der Gesamtsumme der Zuwendungen. Dass das Programm auf drei Jahre ausgelegt ist, darüber war man sich einig. Wie jedoch Stadt-Verbandsräte und auch Eduard Weidenbeck, Schulleiter der Karl-Peter-Obermaier-Schule, meinten, gibt es die Summe jährlich – so dass also insgesamt für die Fachräume dreimal 588888 Euro zur Verfügung stünden und für die Digitalisierung dreimal 288888 Euro. Abschließend konnte die Frage nicht geklärt werden, jedoch war man sich einig, auf alle Fälle die Gelder für 2019 nutzen zu wollen. "Hier muss man zugreifen", argumentierte Verbandsrätin Maria Silbereisen, "die Firmen arbeiten ja auch mit der neuesten Technologie, die brauchen auch die Schulen." (PNP vom 30.10.2018)

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