Zentrum für Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien sind unstrittig die Hoffnungsträger für die zukünftige Energieversorgung. Anlagen zur Nutzung dieser Energien erfordern allerdings Fachkräfte mit entsprechender Fachkompetenz. Mit dem Erweiterungsbau sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, den Auszubildenden das erforderliche Wissen und Können praxisnah zu vermitteln.

Die folgenden Ausführungen sollen Interessierten einen kleinen Überblick über die vorhandenen Anlagen verschaffen:

Beheizt wird das Zentrum für Erneuerbare Energien von einer Sole-Wasser-Wärmepumpe. Sechs Kollektorkreise mit jeweils 100 m Leitungslänge entnehmen dem Erdreich die Wärmeenergie. Die Wärmepumpe gibt die Wärme an einen 1500 Liter-Pufferspeicher ab; von dort gelangt sie über die Verteilerstation zu den einzelnen Heizkreisen der Fußbodenheizung und der Wandheizung. An der Verteilerstation können die einzelnen Heizkreise hydraulisch abgeglichen werden. Die Azubis können hier den hydraulischen Abgleich an realen Gegebenheiten nachvollziehen.
Durch einen externen Wärmeübertrager und die Erdkollektoren kann der Raum im Sommer über den Fußboden und die Decke gekühlt werden.
Eine weitere Sole-Wasser-Wärmepumpe und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sind regelungstechnisch und hydraulisch komplett in das System eingebunden, aber nicht für den Dauerbetrieb vorgesehen; sie werden nur zu Vergleichsmessungen in Betrieb genommen. An zwei Wärmepumpenschulungsständen können die Schülerinnen und Schüler Änderungen der einzelnen Parameter vornehmen und verschiedene Versuchsreihen durchführen. Dadurch können ihnen die Zusammenhänge der Wärmepumpentechnologie veranschaulicht bzw. begreiflich gemacht werden.
Wie die Wärmepumpen geben auch alle anderen Wärmeerzeuger ihre Wärme an den Pufferspeicher ab. Sie werden aber nur zu Schulungszwecken in Betrieb genommen.
An der modernen Pelletanlage, an dem Stückholzkessel, einem Holzvergaserkessel modernster Bauart und an der Hackschnitzelanlage mit Vorratsbehälter können die Auszubildenden die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben, um Inbetriebnahme-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten fachgerecht ausführen zu können. Durch einen Glasausschnitt im Vorratsbehälter ist es den Schülerinnen und Schülern möglich, die Vorgänge der Hackschnitzelaustragung zu beobachten.
Außerdem steht ein hochmodernes, mit Gasbrennwerttechnik betriebenes Blockheizkraftwerk zur Verfügung. Damit kann unseren Schülerinnen und Schülern auch diese Technologie veranschaulicht sowie die elektrischen, wärmetechnischen und hydraulischen Prozesse messtechnisch erfasst und bewertet werden.
Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist bei Neubauten auf Niedrigenergiehaus- oder gar Passivhausbasis unverzichtbar. An der vorhandenen Schulungsanlage können alle relevanten Messungen und Einstellungen praxisgerecht vorgenommen und ihre Auswirkungen veranschaulicht werden, um den Azubis das nötige Know-How für die Praxis zu vermitteln.
Natürlich darf in einem Zentrum für erneuerbare Energien eine solarthermische Anlage nicht fehlen. Zwei Solarkollektoren – ein Vakuumröhrenkollektor und ein Flachkollektor – sind auf ein dreh- und mittels Stellmotor schwenkbares Gestell montiert. Beide Kollektoren sind über eine separate Pumpen- und Regelstation mit dem Pufferspeicher verbunden. Ihre Vor- und Rücklauftemperaturen sowie ihre Wärmemengen werden messtechnisch erfasst. Auf diese Weise kann die Abhängigkeit der Kollektorleistung vom Neigungswinkel und der Ausrichtung aufgezeigt und die beiden Kollektorbauarten diesbezüglich verglichen werden. An einem Schrägdach mit Dachziegeln können die Auszubildenden die Montage der Kollektoren erlernen bzw. üben.