Wege aus der Abhängigkeit

Erlebnisausstellung sensibilisiert Passauer Schüler für das Thema Sucht

Passau. "Einfach menschlich": Unter dieser Prämisse startete am Dienstag die gleichnamige Wander-Ausstellung zum Thema "Sucht" in der Staatlichen Berufsschule 2 Passau. Träger der Ausstellung ist der Verein Suchtprävention und Genesung e.V. Regensburg ("S.u.G."), der in Kooperation mit der AOK Bayern junge Menschen für süchtiges Verhalten sensibilisieren möchte. Zur Eröffnung begrüßte Schulleiter Robert Lindner unter anderem Vertreter des Landkreises und der Stadt Passau.

Bis 5. Juli besuchen die Schulklassen der beiden Passauer Berufsschulen für jeweils zwei Stunden die Ausstellung. Dabei haben sie die Möglichkeit, direkt mit Betroffenen in Kontakt zu kommen und sich über Sucht-Erfahrungen und den Weg aus der Abhängigkeit auszutauschen. Zudem wird es eine unterrichtliche Nachbereitung des Themas geben. Der einzige öffentliche Termin, an dem die Ausstellung auch für interessierte Bürger geöffnet ist, findet am 2. Juli von 16 bis 18 Uhr statt.

Freia von Hennings, Projektleiterin und Vorsitzende von "S.u.G", erklärte, dass es bei dem Projekt nicht darum gehe, "den pädagogischen Zeigefinger zu heben oder Verbote auszusprechen". Vielmehr wolle die Ausstellung dazu beitragen, dass die Besucher das eigene Verhalten reflektieren und dadurch den Weg in süchtiges Verhalten nachempfinden können. Denn oftmals liege die Ursache hinter einer Sucht im Ausweichen von Lebenskrisen begründet und nicht in individuellem Versagen.

Die Besonderheit der Ausstellung ist die Art der Konzipierung. So handelt es sich um eine Erlebnisausstellung, die von genesenden Süchtigen und ihren Angehörigen mitentwickelt wurde und in der Form eines Zirkels aufgebaut ist. Die unterschiedlichen Stationen symbolisieren dabei den Weg durch Sucht und "verdeutlichen, dass man nicht einfach so aufhören kann mit dem süchtigen Verhalten", so Freia von Hennings.

Günter Schober, Direktor der AOK Passau, lobte das Projekt des "S.u.G" als "einmaliges Beispiel für gelungene Präventionsarbeit". Die AOK hatte 2017 die Förderung für die Ausstellung übernommen, nachdem ein staatlicher Geldgeber abgesprungen war und "das Projekt am seidenen Faden hing", so Freia von Hennings. − luw (PNP vom 07.06.2019)

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