Sprachdiplom als Eintrittskarte

Schüler der Berufsintegrationsklassen ausgezeichnet

Passau. Abdul, Mellat, Amir, Zalloukh, Zana, Erjon, Ahmed und Ibraahim und sind erst vor wenigen Jahren aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Albanien, Eritrea und dem Iran zugewandert. Nun tragen sie stolz das Deutsche Sprachdiplom I professional (DSD I PRO) in ihren Händen. Dieses Dokument der Kultusministerkonferenz weist Kenntnisse der deutschen Sprache in verschiedenen Kompetenzbereichen nach.
Das DSD I PRO richtet sich an Schüler, die eine berufliche Schule besuchen und ihre berufsorientierten Deutschkenntnisse nachweisen möchten. Grundlage der Prüfungen ist ein kontinuierlicher, kompetenzorientierter Unterricht an einer für die DSD-Prüfung zugelassenen Schule. Der Freistaat Bayern legt mit seinem bundesweit beachteten Erfolgsmodell der Berufsintegrationsklassen (BIK) einen besonderen Schwerpunkt auf die Sprachbildung der jungen Migranten.
In diesem Jahr hat die Karl-Peter-Obermaier-Schule das DSD I PRO in ihr Portfolio aufgenommen und die jungen Menschen verschiedener Muttersprachen auf die Prüfungen zum Sprachdiplom vorbereitet. Diese Prüfungen umfassen vier gleich gewichtete Teile zu verschiedenen Kompetenzbereichen: Dabei mussten die Absolventen zeigen, dass sie Deutsch nicht nur verstehen, sondern auch sprechen, Texte verfassen und Themen adäquat präsentieren können.
Bei einer kleinen Feier wurden nun Schüler der Berufsintegrationsklassen ausgezeichnet. Der Koordinator für die Beschulung berufsschulpflichtiger Asylbewerber und Flüchtlinge im Regierungsbezirk Niederbayern Hubert Ramesberger beglückwünschte die jungen Menschen: "Mit diesem Diplom erhalten Sie die "sprachliche Eintrittskarte" in die duale Ausbildung, denn dieser international anerkannte Nachweis für Deutschkenntnisse ermöglicht Ihnen den Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt."
Die örtliche Prüfungsbeauftragte Heidi Freudenstein lobte die erfolgreichen Prüfungsabsolventen. "Erst vor kurzem seid ihr nach Deutschland zugewandert und habt so schnell Deutsch gelernt, dass ihr jetzt schon euer Sprachdiplom bekommt. Darauf könnt ihr stolz sein." Acht Schülern konnte Freudenstein das B1-Diplom und 12 Kandidaten das Diplom auf A2-Niveau überreichen.
Für ihren großen Einsatz im Bereich der DSD-Zertifizierung dankte Larissa Vilceanu den Deutschlehrkräften. "Die Prüfung wird nur zum Erfolg, wenn die Prüfungskandidaten sprachlich zielorientiert gefördert werden." Vilceanu hat als DSD-Programmleiterin dafür gesorgt hat, dass das Deutsche Sprachdiplom als wichtiger Baustein seinen festen Platz bei der Beschulung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund bekommen hat. So konnten sich in diesem Jahr 340 Schüler an vierzehn bayerische Berufsschulen um das Sprachdiplom bewerben.
Für die Abnahme der bayernweiten Prüfung hat sich auch Andrea Hartl als Prüfungsvorsitzende weiterqualifiziert. Damit leistet sie ihren Beitrag, damit sich die neue berufsbezogene Variante des Sprachdiploms durchsetzt. Potenzielle Arbeitgeber sind nämlich sehr daran interessiert, die deutschen Sprachkenntnisse Zugewanderter vor einer möglichen Einstellung einschätzen zu können. − hpr (PNP vom 09.08.2019)

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