Sie bieten jungen Leuten neue Chancen

Berufsfachschule für Gastronomie erhält den "Baptist-Kitzlinger-Jugenpreis" der JU - Erstmals verliehen

Vilshofen. Herausragende Leistungen zu Gunsten von jungen Leuten zeichnet die Junge Union Passau-Land ab jetzt jedes Jahr mit dem Baptist-Kitzlinger-Jugendpreis aus. Im Vilshofener Salzstadel vor rund 100 geladenen Gästen gab es jetzt die Premiere. Die erste Preisträgerin ist die „Berufsfachschule in Wirtschaftskooperation für Gastronomie aus Passau".
In seiner Laudatio würdigte der stellvertretende Kreisvorsitzende Werner Kriegl das Konzept der Berufsschule I Passau, die in Zusammenarbeit mit der EYQ-NOW gGmbH" seit dem Schuljahr 2003/2004 eine einjährige Zusatzqualifikation im Gastronomiebereich für Jugendliche anbietet, die keine Lehrstelle gefunden haben.
Landrat Hanns Dorfner stellte die Bedeutung des Projekts heraus: „Es war gut und notwendig, eine solche Aktion zu starten, zumal im Landkreis die Ausbildungsplatz-Lage sehr angespannt ist. "Auf rund 500 offene Lehrstellen in diesem Jahr kämen mehr als 2500 Bewerber. Dorfner forderte die Zuhörer deshalb auf, „mehr Klinsmann-Politik zu betreiben." „Wir brauchen Leute mit Visionen, die diese auch gegen Widerstände durchsetzen", sagte Dorfner. In diesem Zusammenhang lobte er die JU Passau-Land. Dorfner war sich sicher, dass der Kitz" (Baptist Kitzlinger) vom Himmel herablacht und sagt „Guad habts es gmocht".
Als Leiter der Berufsschule I Passau nahm Hans Käfler den Preis entgegen. „Sie haben mir heute- das Gefühl gegeben, als wenn uns in Hollywood der Oscar verliehen würde. Dieser Preis stärkt uns, aber er mobilisiert auch", so Käfler weiter. Dies sei auch dringend geboten, denn die finanzielle Unterstützung aus dem Europäischen Sozialfonds läuft im kommenden Schuljahr aus. Jedoch zeigte sich Käfler zuversichtlich, dass sich die anwesenden Landtagsabgeordneten in München für den Erhalt der Einrichtung einsetzen werden.
„Wir haben ganz bewusst einen Preisträger gekürt, der sich dem Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit verschreibt", erläuterte Kriegl die Wahl der JU. Der Kreisvorsitzende der JU Klaus Weidinger pflichtete ihm bei. „Was gibt es Schlimmeres für einen Jugendlichen, als das er nach der Schule oder Ausbildung nicht weiß, wo sein Platz in der Gesellschaft ist?" Die Zukunftssorgen junger Menschen dürfe die Politik nicht ignorieren. Deswegen soll laut JU-Kreisgeschäftsführer Tobias Semmler der Baptist-Kitzlinger-Jugendpreis von nun an jährlich Institutionen oder Einzelpersonen verliehen werden, die sich im Landkreis für die Belange der Jugend verstärkt engagieren und verdient machen. Den Preis, der einen aus Glas gefertigten Landkreisumriss und zwei blau und grün geschwungene Stäbe auf einem Granitsockel zeigt, hat Claudia Neumayer entworfen.
Stellvertretende Kreisvorsitzende Christina Hecka blickte auf das Leben von Baptist Kitzlinger zurück. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgten Hansund Nicole Sickinger von der Kreismusikschule Passau.
Wer sich einmal selbst von den Kochkünsten und vom Service der Berufsfachschule in Wirtschaftskooperation für Gastronomie überzeugen will, kann sich von Montag bis Donnerstag jeweils von 11.30 bis 13:15 Uhr und am Freitag von 11:15 bis 13 Uhr in den Räumen des landwirtschaftlichen Bezirksvereins von der Qualitätsarbeit der Preisträger überzeugen.

So hilft die Fachschule
Das Projekt will ausbildungsfähige und -willige Schulabgänger, die aus verschiedensten Gründen als schwer vermittelbar gelten, durch Weiterqualifizierung in ein geregeltes Arbeits- und Ausbildungsverhältnis führen. Dass mittlerweile von den bisherigen drei Schuljahrgängen von 75 Schülern 69 in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten, ist dem Schlüssel des Erfolgs, der Kombination von theoretischer mit praktischer Ausbildung, zu verdanken.
Der Unterricht findet in der Berufsschule statt, während in der Mittagszeit ein eigenes Restaurant im Festsaal des landwirtschaftlichen Bezirksvereins in der Innstraße betrieben wird. Die Schüler planen mit Unterstützung ihres Lehrers Alois Wimmer und dem Meisterkoch Werner Huber den Bedarf, tätigen die Bestellungen, kaufen neben Frischware sämtliche Zutaten, bereiten die Gerichte zu und bewirten schließlich die Gäste. Alles in allem wie im richtigen Berufsleben. (PNP 10.07.2006) 

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