"Run for help": Gemeinsam für den guten Zweck

Berufsschule Passau 1 sammelt für Betroffene von Multipler Sklerose

Passau. Lähmungserscheinungen, Sehprobleme, starke Gliederschmerzen. Das sind nur einige der vielen schmerzhaften Symptome von Multipler Sklerose (MS), die deshalb auch "Krankheit mit den tausenden Gesichtern" genannt wird. Um Hilfsangebote für MS-Betroffene sowie die Beratungsstellen des Landesverbandes und die Arbeit regionaler Selbsthilfegruppen zu finanzieren, veranstaltet der bayerische Landesverband der Deutschen Gesellschaft (DMSG) seit 2001 die Benefizaktion "Run for help". In diesem Jahr ist zum ersten Mal die Staatliche Berufsschule 1 Passau mit acht Klassen Teil der Aktion.

In Vorbereitung auf den je nach Witterung am 8. oder 9. Juli stattfindenden Spendenlauf besuchten Christiane Zink vom Landesverband DMSG und Susanne Hanning von der niederbayerischen DMSG-Beratungsstelle gemeinsam mit vier MS-Patienten die Karl-Peter-Obermaier-Schule Passau, um den Schülern einen Einblick in das Krankheitsbild MS zu geben.

In einem Parcours, genannt "Fühlfeld", konnten die Berufsschüler hautnah erleben, welche Einschränkungen das Leben mit Behinderung mit sich bringt. Verschiedene Stationen simulierten dabei einige der körperlichen Handicaps, die in Folge der Krankheit auftreten können. So konnten zum Beispiel durch eine spezielle Brille die Sehprobleme eines MS-Betroffenen nachempfunden werden.

"Die Aufklärungsrunde und das Fühlfeld sind sehr wichtig, da es noch sehr viel Unwissenheit und Berührungsängste in der Gesellschaft gibt", sagt Christiane Zink, die selbst an MS leidet. Mit ihrer offenen Art während der Aufklärungsrunde zeigte sie, dass trotz der Krankheit ein selbstbestimmtes und "glückliches Leben", wie sie selbst sagt, möglich ist. Hans Wasner, der eine der Passauer MS-Selbsthilfegruppen leitet, betonte zudem, wie wichtig die Präsenz möglichst vieler Betroffener bei den Vorbereitungsterminen sei, damit "die Vielfältigkeit der Krankheit veranschaulicht wird."

Im Anschluss an die Informationsveranstaltung verteilte Matthias Liebl, Lehrer an der Berufsschule Passau und Mitorganisator der Aktion, die Laufkarten, auf denen die Schüler ihre Sponsoren und deren Beträge vermerken sollen. Die Höhe der Geldbeträge, die pro gelaufener Runde am Spendentag gezahlt werden, seien dabei frei wählbar. "Einige der Ausbildungsfirmen haben sich auch schon bereit erklärt, die Laufrunden ihrer Berufsschüler zu sponsern", sagt Susanne Hanning von der niederbayerischen DSMG-Beratungsstelle. Damit steht einem erfolgreichen Spendenlauf Anfang Juli nichts mehr entgegen. − luw (PNP 06.06.2019)

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