Online-Unterricht gehört zur Ausbildung dazu

Berufsschulverband Passau berät mit CSU-Abgeordneten über aktuellen Unterricht

Passau. "Wir haben mit dem Präsenzunterricht einen guten Start hingelegt", betont Eduard Weidenbeck, Schulleiter der Berufsschule Passau im Austausch mit den CSU-Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler. Die Schüler halten sich an die Regeln: "Sie tragen die Masken, desinfizieren sich die Hände und halten wunderbar Abstand", bestätigt Weidenbeck.

Allerdings muss er auch negative Nachrichten überbringen. "Wir haben ganz speziell das Problem, dass die Schüler die Ernsthaftigkeit der Situation mit dem Lernen zu Hause noch nicht erkannt haben", sagt Weidenbeck. Seit der Schließung der Schulen Ende März habe man die Schüler mit Material versorgt. "Die Zugriffszahlen lassen allerdings zu wünschen übrig, beziehungsweise gestalten sich sehr unterschiedlich: Bei den IT-lern sehr hoch, in anderen Bereichen haben die Schüler das Online-Angebot praktisch kaum angenommen", weiß Berufsschullehrer Ralf Heinzl. Das liege oft an der technischen Ausstattung der Schüler. Häufig seien die digitalen Endgeräte nicht vorhanden, oder es fehle an Bandbreite oder der finanziellen Ausstattung, um das entsprechende Datenvolumen zur Verfügung zu stellen.

In der Schule werde man jetzt kurz vor Abschluss die Inhalte der letzten Wochen nicht nacharbeiten können. "Jetzt in den Präsenzwochen merken wir deutlich, dass die Schüler den Nachholbedarf nicht mehr kompensieren können", betont Weidenbeck mit Nachdruck. Allerdings beginnen die Abschlussprüfungen schon in den nächsten Wochen.

Seitens des Berufsschulverbands wünsche man sich mehr Unterstützung der Betriebe. "Auch der Online-Unterricht ist wesentlicher Teil der Ausbildung und alles, was jetzt an Inhalten nicht aufgenommen wird, fällt weg und kann nicht nachgeholt werden. Deswegen sollten die Betriebe, auch wenn kein Präsenzunterricht stattfindet, den Schülern Freiräume für den Online-Unterricht einräumen", schlägt Heinzl vor.

Seit dieser Woche sind knapp über zehn Prozent der Schüler wieder in den Räumlichkeiten der Berufsschule – mit der Einhaltung der nötigen Maßnahmen und ausschließlich bis mittags. "Wir gehen davon aus, dass wir noch leicht aufstocken werden, aber dass sicherlich in diesem Schuljahr kein normaler Unterricht mehr stattfindet. Je mehr Schüler kommen, desto schwieriger wird es, Abstandsregelungen einzuhalten", sagt Weidenbeck. (PNP vom 01.05.2020)

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