Hoher Besuch in der Berufsschule

Staatsministerin Judith Gerlach in der Gewerblichen Berufsschule Passau

Passau. Auf Einladung des Vorsitzenden des Berufsschulverbandes Passau MdL Walter Taubeneder und in Begleitung von MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler sowie stellvertretender Landrätin Gerlinde Kaupa hat Bayerns Staatsministerin für Digitales Judith Gerlach nach ihrem Besuch des Politischen Aschermittwochs die Staatliche Gewerbliche Berufsschule 1 in Passau besucht. Dort warteten mit Schulleiter Oberstudiendirektor Eduard Weidenbeck und dem Schulleiterteam vor allem die IT-Systembetreuer auf diesen Besuch, um entsprechend ihres Resorts Wünsche und Probleme vorzutragen.

Die Berufsschule teste bereits seit etwa 1,5 Jahren für die Umsetzung des Digital-Pakts Bayern digitale Smart-Boards, erklärte dabei Fachoberlehrer Josef Maderer mit Unterstützung von Studiendirektor Dr. Michael Bucher der Ministerin. Hierbei würden vor allem die Einsatzmöglichkeiten im Unterricht, die Benutzerfreundlichkeit und die Funktionalität der digitalen Tafel geprüft. Gleichzeitig wies Josef Maderer aber auch auf die Probleme bei der Umsetzung des Digitalpakts hin. Danach müssen nach den Vorgaben dieses Digitalpaktes die Fördermittel in sehr großen Teilen abgerufen werden, die aber wiederum eine EU-weite Ausschreibung erfordern. Dadurch ergebe sich wiederum durch diese EU-weite Ausschreibung aufgrund der damit erforderlichen Fristen eine große Verzögerung bei der Umsetzung.

Ein weiteres Problem sei, so Josef Maderer, dass bei den Fördermitteln zwischen "Digital-Pakt" und iFU (integrierter Fach-Unterricht) – Budget unterschieden werde, wobei das iFU-Budget die Ausstattung von Fachunterrichts-Räumen unterstützen soll. Hierzu, so wandten sich Josef Maderer und Dr. Michael Bucher an die Ministerin, würden von ihrem Ministerium sehr eng gefasste Vorgaben vorgegeben, welche Gerätschaften als förderfähig eingestuft werden. So würden digitale Tafeln im Fachunterrichtsraum beispielsweise nicht gefördert, obwohl diese im Fachunterricht eingesetzt werden. Beide wünschten sich deshalb eine großzügigere Bewertung der Gerätschaften durch das Ministerium.

Als weitere Erschwernis erklärte Maderer, dass Ausschreibungen produktneutral ausgeführt werden müssen. Dies könne erhebliche Nachteile mit sich bringen, weil zum Beispiel bei Smartboards ohne passende Software diese oft für viel Geld mit Lizenzkosten im vierstelligen Bereich zugekauft werden muss. Hier, so die Forderung von Schulleiter Eduard Weidenbeck, wäre von staatlicher Seite ein zusätzliches Budget für Schulungen dringend notwendig.

Und noch eine Forderung kam vom Schulleiter: Damit die Hard- und Software an der Schule dauerhaft genutzt werden kann, sei eine schuleigene EDV-Administration erforderlich. Gleichzeitig aber lobte der Schulleiter den Berufsschulverband als Sachaufwandsträger dieser und neun weiterer beruflicher Schulen in der Trägerschaft des Verbandes, der für die EDV-Betreuung seiner Schulen schon seit vielen Jahren drei IT-Systembetreuer beschäftigt hat, die bestens vernetzt seien. Alle diese Forderungen und Anregungen vonseiten der Schule wurde vom begleitenden Abteilungsleiter Matthias Stein vom Ministerium für Digitales aufmerksam mitgeschrieben und auch Ministerin Judith Gerlach verfolgte diese Ausführungen mit mehreren Zwischenfragen aufmerksam.

Zu Beginn hatte Schulleiter Eduard Weidenbeck der Ministerin "seine" Schule mit den 2800 Schülern aus 60 Nationen in den 30 Klassen und zehn Abteilungen mit den 105 Lehrern durch einen Imagefilm der Schule vorgestellt. (PNP vom 29.02.2020)

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