Globales Lernen

Fortbildung für Lehrkräfte aus Niederbayern an der Berufsschule 1

Passau. Klimaschutz, "Fridays for Future"-Bewegung, ökologischer Fußabdruck – Bildung für Nachhaltigkeit wird immer wichtiger. Rund 30 Religions-, Ethik- und Sozialkundelehrer aus Niederbayern haben auf einer Fortbildung an der Berufsschule 1 in Passau ihre Kompetenz in Sachen globales Lernen gestärkt. Zum Thema "Wir leben auf zu großem Fuß! – Globales Zusammenleben im Klassenzimmer erfahren" trainierten sie mit den Referenten Marita Matschke vom Eine-Welt-Netzwerk Bayern und Christoph Steinbrink von der LMU München sowie Christoph Koch von der Uni Bayreuth, wie man globale Zusammenhänge vor Ort erfahrbar machen kann. Eingeladen zu der Veranstaltung unter der Leitung der Religionslehrerinnen Anna Solka und Ute Kusser hatte die Regierung von Niederbayern.

Christoph Koch erläuterte die theoretischen Grundlagen, die globalen Herausforderungen und die Fragen zur Umwelt- und Generationengerechtigkeit weltweit. Die Bildung müsse auf Klimawandel, Armut und Diversitätsverlust reagieren. Globales Lernen und eine Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf lokaler Ebene seien gefordert. BNE solle Schüler befähigen, bei Entscheidungen die künftigen Auswirkungen zu bedenken, sagte Koch. Schüler brauchten Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz, um nachhaltige Entscheidungen treffen zu können. Zentraler Punkt sei, ihnen nicht nur Probleme aufzuzeigen, sondern auch Handlungspotenziale. BNE vermittle, was einzelne und die Gesellschaft beitragen können, damit sich längerfristig etwas ändert.

Koch stellte den Pädagogen die 17 Entwicklungsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung vor. Auch die Kultusministerkonferenz fordere, dass BNE in allen Schulformen Einzug hält. Ein Umdenken finde auch in der Lehramtsausbildung statt. Die Kultusministerkonferenz habe elf Kernkompetenzen des globalen Lernens im Rahmen einer BNE entwickelt. Neben dem Erkennen durch Information und Analyse gelte es, kritisch zu reflektieren, um dann aus Empathie, Solidarität und Mitverantwortung zu handeln. Die FfF-Bewegung habe den Willen zur Veränderung, die Schüler bräuchten aber Begleitung. Es gelte, ihnen Handlungsoptionen aufzuzeigen und diese mit ihnen zu diskutieren.

Warum Wissen und Handeln oft auseinanderklaffen, zeigten Marita Matschke und Christoph Steinbrink, der an der LMU München für Lehrerbildung zuständig ist, anhand praktischer Übungen und Spiele. Die Lehrer erhielten dabei einen Eindruck von ihrer eigenen Kompetenz und entdeckten, wie sie die Fach-, Methoden- und Selbstkompetenz der Schüler so fördern können, dass diese zum Handeln motiviert werden. Großen Wert legten die Referenten auf die Auswertung der Spiele. Die Schüler sollten dabei erfahren, welchen Gewinn sie daraus ziehen können und welche Handlungsalternativen es gibt, um Veränderungen anzustoßen.

Die Referenten wünschten sich, dass die Schulen noch mehr Freiräume erhalten, um den ganzheitlichen pädagogischen Ansatz des globalen Lernens flächendeckend einzuführen. Sie regten die Lehrkräfte an, zu reflektieren, ob der Fokus in ihrem Unterricht nur auf der Vermittlung von Fachwissen liegt oder auch auf Kompetenzen, die die Schüler für das 21. Jahrhundert fit machen. Anliegen sei, dass Schüler Wissen nicht auswendig lernen, sondern anwendbares Wissen und Gestaltungskompetenz erhalten, um den "Veränderungsgedanken in die Schüler zu bringen".(PNP vom 17.12.2019)

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