Gärtner-Ära in Passau ist zu Ende

Studiendirektor Andreas Munz in Ruhestand

Passau (sch). Keine gewöhnliche Inruhestandsversetzung: Mit der Pensionierung von Studiendirektor Dr. Andreas Munz geht diese Woche an der Berufsschule 1 in Passau auch eine jahrzehntelange Ära zu Ende. Die letzte Gärtnerklasse erhielt ihre Abschlusszeugnisse. Künftig werden neben den Floristen auch die Gärtner ausschließlich in Straubing beschult.
Passau war seit mehr als einem halben Jahrhundert für den Gärtnernachwuchs der Region Berufsschulstandort. Den fachlichen Unterricht erteilten jahrelang dabei externe Fachlehrer, die von Schulort zu Schulort in Niederbayern wanderten. Dieser nicht optimale Zustand änderte sich 1978, als der Diplomgärtner Dr. Andreas Munz seinen Dienst in Passau aufnahm. Vor allem durch sein Wirken entwickelte sich die Passauer Berufsschule zum gärtnerischen Kompetenzzentrum in Niederbayern.
Obermeister Günter Auernhammer führt dies auch auf die exemplarische Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Schule zurück. „Besser kann sie nicht sein, wir wurden in dieser Hinsicht von anderen Orten beneidet; die vom Vollblutgärtner Munz stets angestrebte enge Verzahnung hat letztlich zur hohen Ausbildungsqualität beigetragen.“ Bezirksvorsitzender des Bayerischen Gärtnereiverbandes Manfred Mutz, ergänzte: „Dr. Munz war das Beste, was der gärtnerischen Ausbildung und damit unserem Berufsstand passieren konnte.“ Noch heute zeigen sowohl Mutz wie Auernhammer Unverständnis, dass man Floristen und Gärtner bereits im Berufsgrundschuljahr getrennt und damit die dezentrale Beschulung faktisch abgeschafft habe.
Schulleiter Hans Käfler wies auf die Synergieeffekte hin, die das Nebeneinander von Gartenbau/Floristik und Gastronomie brachte. „Zu den großen Erfolgen, die unsere Gastronomen bei nationalen und auch internationalen Wettbewerben errangen, hatten unsere Blumenkünstler -das Auge isst bekanntlich mit - einen erheblichen Anteil“.
Die Fachkompetenz des Passauer Gärtnerlehrers blieb sowohl Regierung wie Ministerium nicht verborgen. So wurde Munz in den Berufsbildungsausschuss beim Landwirtschaftsministerium berufen.
„Mit Dr. Munz geht nach 28 Jahren Wirkens ein Lehrer in den Ruhestand, dem die Schule zu großem Dank verpflichtet ist“, meint stellvertretender Schulleiter Rudolf Schacherl abschließend. Seine Schüler hätten dem fünffachen Vater stets hohe Achtung, Vertrauen und unübersehbar viel Zuneigung entgegen gebracht. „Errungenschaften, die man von Jugendlichen nicht geschenkt bekommt, sondern sich täglich verdienen muss.“ (PNP 31.07.2006) 

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