Deutsch + Gastronomie = Ausbildung

Deutsch + Gastronomie = Ausbildung

Passau. Ob Wirtshaus oder Sterne-Hotel: Die Gastronomie- und Hotelbranche hat ein Nachwuchsproblem, obwohl laut IHK Niederbayern die Zahl der Azubis aus Gastronomie und Hotellerie leicht angestiegen ist. Ein von der IHK Niederbayern initiiertes "Kombimodell Deutsch+Ausbildung" soll nun dafür sorgen, dass junge Geflüchtete und Migranten eine Ausbildung erhalten, Deutsch lernen und die Gastronomie gesuchte Kräfte finden. Die erste Klasse an der Berufsschule 1 in Passau ist gerade mit Schülern aus Syrien, Afghanistan und Iran, aus Rumänien, Ungarn und dem Kosovo gestartet.

"Deutsch+Ausbildung" – das bedeutet eine Ausweitung der Ausbildung von drei auf vier Jahre. Das zusätzliche Jahr vor dem eigentlichen Schulstart dient der Vorbereitung vor dem Ausbildungsstart, das unter Umständen sogar noch von der Agentur für Arbeit gefördert werden kann. "Angesichts des dringenden Bedarfs in der Branche einerseits und des zusätzlichen Förderbedarfs bei den Schülern andererseits ist das aus unserer Sicht eine sehr sinnvolle Sache", meint Dr. Klaus Stein, der Chef der zuständigen Arbeitsagentur in Passau. Während der gesamten Lehrzeit erhalten die Teilnehmer zusätzlichen Deutsch- und Förderunterricht. Das heißt: ein Tag mehr Berufsschule als üblich. Hier leisten die Betriebe einen Beitrag, weil sie ihre Azubis dafür freistellen, aber auch die Schule ist durch den Zusatzaufwand und die Erhöhung des Stundenkontingents gefordert, in diesem Fall ist das die Karl-Peter-Obermaier-Schule in Passau. Deren Leiter Eduard Weidenbeck sieht das Modell als Herausforderung und Chance zugleich: "Die jungen Leute bekommen bei uns nicht nur das notwendige Rüstzeug für ihre Ausbildung vermittelt. Als Lehrer und Klassenleiter ist man immer auch ein Stück persönlicher Betreuer und Vermittler. Wir haben dafür ein hervorragendes Kollegium, das diesen Aufwand stemmt."

Acht Ausbildungsbetriebe aus Stadt und Landkreis Passau sind bereits dabei, "allesamt Vorzeigehäuser", betont Alexander Schreiner, Hauptgeschäftsführer der IHK, zum Modell-Start. Er betonte die unabdingbare Unterstützung durch die Politik mit Oberbürgermeister Jürgen Dupper und Landrat Franz Meyer. (PNP vom 31.10.2019)

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