Der Berufsschulverband bekommt zwei Sozialpädagogen

Fachkräfte sollen Schülern mit Problemen an den Schulen in Vilshofen und in Passau helfen - Firmen sponsern Projekt mit 3000 Euro

Passau (fst). Die Schulen im Berufsschulverband Passau bekommen zur Konfliktbewältigung professionelle Hilfe: Die Verbandsräte haben dem Vorschlag von Verbandsvorsitzenden Walter Taubeneder zugestimmt, zwei Sozialbetreuer befristet auf zwei Jahre einzustellen.
Vilshofens Schulleiter Klaus Müller hatte bereits heuer im Frühjahr verzweifelt versucht, mögliche Zuschussgeber für sein modifiziertes Modell „Maja" („Modell zur arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit") einen Sozialbetreuer zu bekommen. Dieses Modell, so bedauerte der Verbandsvorsitzende, sei dann aber an der fehlenden Zuschussmöglichkeit gescheitert.
Es musste erst wieder ein Gewaltfall an der Vilshofener Berufsschule passieren. Dazu waren noch über 600 Jugendliche allein in den zehnten Klassen der Berufsschulen des Verbandes ohne Arbeit oder Ausbildung. Deshalb traf sich Verbandsvorsitzender Taubeneder mit den drei Schulleitern Hans Käfler von der gewerblichen, Ernst Weiser von der kaufmännischen und Klaus Müller von der Vilshofener Berufsschule mit Hans Plöchinger von der Passauer Agentur für Arbeit und BSV-Geschäftsleiter Franz Stangl. Oberstudiendirektor Klaus Müller erklärte, dass Jugendliche nach Gewaltausbrüchen sowie mit Drogen- und Suchtproblemen durch einen Rausschmiss aus der Schule in die Arbeitslosigkeit gestoßen würden. Seiner Meinung nach sollten sich Sozialbetreuer dieser Problemfälle annehmen. Schulleiter Hans Käfler schloss sich dieser Meinung an. Schulleiter Ernst Weiser betonte, dass die Berufsschule die Nahtstelle zum Erwerbsleben sei. Hans Plö-chinger sagte, dass Jugendliche mit Problemen nicht Strafen, sondern Hilfe brauchten. Deshalb würde die Agentur für Arbeit die höchstmögliche Förderung gewähren.
Auf diese Förderung allein aber wollten sich die Berufsschulen nicht verlassen: So versicherte Klaus Müller, dass die Berufsschule Vilshofen das Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro für den „Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildung", den die Schule als Anerkennung erhalten hat, in voller Höhe für die Finanzierung eines Sozialbetreuers zur Verfügung stellen werde. Auch der Förderkreis der Schule werde seinen Beitrag leisten, betont Hans Käfler.
Zudem hatte Franz Fuchs, Vorsitzender dieses Förderkreises, derweil bei verschiedenen Firmen um entsprechendes Sponsoring dieser Maßnahme angeklopft. Spontan hatten dabei etwa die ZF Passau 2000 Euro und Knorr-Bremse in Aldersbach 1000 Euro als zweckgebundene Spenden angekündigt.
Angesichts dieser Aspekte genehmigten die Verbandsräte befristet für zwei Jahre die Einstellung von zwei Sozialbetreuern, einen für Vilshofen und einen für die Passauer Berufsschulen. Ein Wehmutstropfen bleibt: Der Berufsschulverband Passau muss trotz der Förderung etwa ein Viertel der Personalkosten tragen. (PNP 03.07.2006) 

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