Bezirksverein will zwei Klassen für Bauern

Schülerzahlen an der Berufsschule würden reichen - Kultusminister Schneider gibt keine konkrete Zusage

Passau. Der Landwirtschaftliche Bezirksverein Passau wird mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür kämpfen, dass aufgrund der Schülerzahlen des kommenden Schuljahres an der Nebenstelle der Staatlichen Berufsschule I Passau an der Innstraße zwei Klassen für die landwirtschaftlichen Berufsschüler gebildet werden.
Das haben Präsident Leonhard Anetseder und die Mitglieder des Ausschusses kürzlich bei einer Sitzung in Rechab bei Untergriesbach unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Weitere Hilfe in diesem Kampf hat sich der Bezirksverein vom Besuch des Staatsministers Siegfried Schneider vom Ministerium für Unterricht und Kultus erhofft.
Anetseder erinnerte daran, dass nach einem massiven Veto des Bezirksvereins Passau im Rahmen einer damals eilends einberufenen Versammlung die von der Regierung beabsichtigte Ausgliederung des südlichen Landkreises Passau nach Pfarrkirchen verhindert werden konnte. Nach der Anhörung von beteiligten Tägern seien durch eine amtliche Bekanntmachung die Sprengel-Gebiete für den Ausbildungsberuf Landwirt nun festgelegt. Danach müssen die Auszubildenden in diesem Beruf aus den Sprengel-Gebieten der Stadt und des gesamten Landkreises Passau, aus dem Landkreis Freyung-Grafenau sowie aus dem Landkreis Deggendorf die Stadt Osterhofen, die Märkte Schöllnach und Winzer sowie die Gemeinden Außernzell, Iggensbach und Künzing in den Jahrgangsstufen 10 bis 12 die Nebenstelle der Staatlichen Berufsschule I Passau besuchen. Der Bezirksverein Passau finde trotz dieses Erfolgs wenig Gefallen daran, dass sich die Regierung in dieser Bekanntmachung vorbehält, im Bedarfsfall Gastschul-Verhältnisse anzuordnen, soweit eine Klassenbildung in Pfarrkirchen gefährdet und diese gleichzeitig in Passau gesichert ist.
Inzwischen steht fest, so der Präsident, dass es für das kommende Schuljahr 39 Anmeldungen bei den Landwirtschaftsschülern gibt. Damit könnten in Passau zwei BGJ-Klassen gebildet werden. Es sei aber zu befürchten, dass aufgrund der bekannten Personalprobleme im Lehrerbereich die Schulabteilung der Regierung durch die Schaffung von Gastschul-Verhältnissen versuchen werde, in den beiden Schulstandorten Passau und Pfarrkirchen Klassenstärken zu erreichen, durch die eine Klassen-Teilung in Passau nicht mehr notwendig wäre.
Für diesen Fall, so Anetseder, werde der Verein alles unternehmen, um dieses Vorhaben zum Scheitern zu bringen. Der Verein habe nichts dagegen, wenn Schüler freiwillig nach Pfarrkirchen gehen wollten. Wenn dies aber zwangsweise durch Gastschul-Verhältnisse geschehen soll, werde den Betroffenen kostenloser Rechtsbeistand angeboten.
Er machte dem Staatsminister aber auch einen Vorschlag zur gütlichen Einigung: „Die Regierung lässt die Klassen-Teilung in Passau zu. Der Landwirtschaftliche Bezirksverein stellt in seinem Haus der Schule einen kostenlosen Lehrsaal zur Verfügung und übernimmt auch die Nebenkosten. Und Sie, Herr Staatsminister, bitten wir um die Zuteilung einer Lehrkraft.“
Staatsminister Siegfried Schneider versprach aber lediglich, dass er sich mit der Sache auseinander setzen und mit der Regierung von Niederbayern reden werde. Konkrete Zusagen und Versprechen wollte er nicht geben.
Seine Unterstützung sicherte dem Bezirksverein MdL Gerhard Waschler zu. Beim anschließenden Tischgespräch erinnerten die Gäste den Minister auch noch daran, dass die Berufsschule bereits die Ausbildung der Gärtner und Floristen an die Berufsschule in Straubing verloren habe. Eine Stärkung der Schule gerade im landwirtschaftlichen Bereich sei deshalb um so notwendiger. (PNP 12.09.2005) 

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