Ausstellung: Der Landtag gastiert in Berufsschule

Rund 100 Gäste bei der Eröffnung

Passau (pr). „Der Landtag geht auf Reisen“ lautet der Titel einer Wanderausstellung über die politische Arbeit und die Personen im Bayerischen Landtag, die seit Dienstag in der Staatlichen Berufsschule I am Passauer Fernsehturm zu sehen ist.
Über 100 Gäste aus Wirtschaft, Handwerk, Kommunalpolitik, Verbänden, Kirche und Schulen wohnten der Ausstellungseröffnung bei, um hinter den „vielen Bäumen“, wie Schulleiter und Hausherr Hans Käfler die lokalen Abgeordneten salopp nannte, einmal „den Wald“ näher kennen zu lernen.
Dabei wartete MdL Konrad Kobler, der mit Käfler organisiert und geladen hatte, mit der Feststellung auf, dass sich die Arbeit des Landtags wachsenden Interesses erfreue. Dabei höre und lese man doch nur von zunehmender Politikverdrossenheit. So verschafften sich im vergangenen Jahr über 45 000 Besucher im Münchner Maximilianeum ein Bild von der Parlamentsarbeit. Weil dies aber sicherlich nicht allen möglich sei, komme der Landtag in Form dieser Wanderausstellung zu den Bürgern, erläuterte Kobler.
Vielfach würden die Politiker dabei überfordert. „Wir können keine Wunder vollbringen und kochen auch nur mit Wasser“, meinte der Abgeordnete. „Was heute vorgeschlagen und debattierte wird, wollten die Bürger im Grunde aber schon einen Tag vorher in Kraft getreten sehen“, sagte er. Wünschenswert wäre bisweilen auch etwas mehr Geduld beim Bürger. Allerdings nährten Politiker bisweilen durch Zusagen oder Versprechungen auch falsche Hoffnungen. Kobler räumte auch ein, dass bisweilen „des Guten zu viel getan wird“, was dann in der Folge wiederum Entflechtung und Entbürokratisierung erfordere. Andererseits wiederum riefen die Bürger umgehend nach neuen Bestimmungen oder Gesetzen, wenn irgendwo Defizite aufgetreten seien oder etwas passiert sei.
Der Schulleiter der Staatlichen Berufsschule I, Hans Käfler, stellte den Wert der politischen Bildung für junge Menschen heraus. „Sie sollten sich mit diesem Staat über das Wissen um Meinungsbildungsprozesse, Regeln, Gesetze und das politische Kräftespiel identifizieren können“, wünschte er sich. Ohne Wissen könne man auch kein Verständnis haben für so manche Unvollkommenheit. „Gerade unsere Berufsschüler, deren durchschnittliches Eintrittsalter bei 18 Jahren liegt und die damit vielfach zu den Erstwählern gehören, wollen wir von der Bedeutung der Wahlen überzeugen“, sagte Käfler, der den Einsatz moderner Medien bei der Präsentation besonders lobte. Denn dies komme Jugendlichen sehr entgegen.
(PNP 16.03.2006) 

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