Aufatmen an Passauer Berufsschule: Zweite Landwirte Klasse genehmigt

Regierung gab nach langem Zögern gestern Mittag grünes Licht

Passau. Aufatmen an der Staatlichen Berufsschule I: Nach längerem Hin und Her hat die Regierung von Niederbayern gestern Mittag mitgeteilt, dass zwei Klassen für die landwirtschaftlichen Berufsschüler gebildet werden. Das bestätigte Studiendirektor Rudolf Schacherl erleichtert. Angesichts des massiven Sparzwanges des Kultusministeriums stand dies offenbar auf des Messers Schneide.
Zum Hintergrund: Für das gerade angelaufene Schuljahr 2005/06 haben sich in Passau 40 Jung Bauern angemeldet. Somit wurde die Teilungsgrenze von 32 locker überschritten, so dass zwei Klassen gebildet werden können. Allerdings war dies mit einem großem Aber behaftet: Die Regierung in Landshut als zuständige Behörde hatte ins Kalkül gezogen, die Schüler aus dem südlichen Landkreis per Gastschul Verhältnis in Pfarrkirchen unterzubringen. Somit wäre die Zahl in Passau nahe an die 32er Hürde gerutscht. Im Rottal wäre diese bei derzeit 22 Schülern nicht überschritten worden. Im Klartext: Eine Klasse für Passau, eine für Pfarrkirchen und schon ist eine weitere samt Lehrpersonal eingespart.
Das wollte sich der Berufsschulverband Passau nicht ohne Widerspruch gefallen lassen. "Unser Ziel muss es sein, dass alle Schüler aus ,dem Passauer Sprengel auch unsere Bildungseinrichtungen besuchen, nicht als Gastschüler irgendwo anders sind und wir dafür bezahlen müssen", meint Verbandsvorsitzender Walter Taubeneder.
Er und Schacherl stellten in diesem Zusammenhang ausdrücklich das Engagement des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Passau heraus. "Die haben sich mächtig ins Zeug gelegt und sich für die Belange unserer Schule eingesetzt", lobt Taubeneder. Sie "zerrten" Kultusminister Siegfried Schneider bei seinem Besuch am vergangenen Donnerstag in Passau förmlich in die Berufsschule, um an höchster Stelle auf die Problematik aufmerksam zu machen. Zwar konnte Schneider keine Zusagen machen. Er versprach aber, sich mit der Sache auseinander zu setzen.
Offiziell hat sich Schneider nicht in die Thematik eingemischt, behauptete Regierungs-Pressesprecher Alfons Völk gestern. "Er hat die Entscheidung der Regierung als dafür zuständige Behörde überlassen. Und da ist sie getroffen worden. Es waren rein fachliche und keine politischen Argumente, die den Ausschlag gegeben haben." Man hätte ja bei 40 Schülern in Passau nur die sechs aus dem Griesbacher Raum nach Pfarrkirchen schicken können, rechnete Völk vor und fügte an: "Dann wären wir also immer noch bei knapp über 32 gewesen."
Auf Nachfrage gab Völk aber an, dass es sich bei der ominösen Teilungsgrenze um eine Kann- und keine Muss Entscheidung handelt. Will heißen: Man hätte trotzdem eine Klasse einsparen können. Dass mit diesem Gedanken anscheinend bis zuletzt gespielt wurde, zeigt die späte Mitteilung zu einem Zeitpunkt, als der Unterricht an der Schule schon lief." Die betroffenen Griesbacher Schüler waren heute bei uns, im schlimmsten Fall hätten sie nach nur einem Tag nach Pfarrkirchen wechseln müssen", sagte Studiendirektor Schacherl.
Umso mehr sehen sich Bezirksvereins Präsident Leonhard Anetseder und MdL Gerhard Waschler in ihrem vehementen Einsatz bestätigt. "Das ist ein Erfolg auf der ganzen Linie und jetzt endlich in trockenen Tüchern", sagte Waschler, der als erster die gute Nachricht per Anruf öffentlich machte. Den Mehraufwand an Lehrkräften kann die Berufsschule übrigens zum größten Teil mit dem vorhandenen Personal schultern. "Wir müssen lediglich vier Unterrichtsstunden durch einen Lehrer aus Deggendorf abfangen", erklärte Schacherl. (PNP 14.09.2005) 

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