Acht Absolventen bekamen den Meisterpreis

Zeugnisübergabe an der Berufsschule 1 für 35 junge Leute aus den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik

Lkr. Passau. Bei einer eindrucksvollen Abschlussfeier bekamen 35 junge Leute aus den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik an der Berufsschule 1 ihre Zeugnisse. Die acht Besten konnten sich über den Meisterpreis des Bayerischen Kultusministers freuen, "ein Alleinstellungsmerkmal, das sich für spätere Bewerbungen hervorragend eignet", stellte Günther Hölzl, Leiter der Staatlichen Fachschulen für Elektrotechnik und Maschinenbautechnik fest.

Der Leiter der Karl-Peter-Obermaier-Schule, Oberstudiendirektor (OStD) Eduard Weidenbeck, begrüßte besonders den Vorsitzenden des Berufsschulverbandes (BSV) MdL Walter Taubeneder und die Ulrichsbläser Büchlberg mit ihrem Blechbläserquartett U4Brass, das die Feierstunde musikalisch umrahmte. Er verwies darauf, dass wegen der Corona-Beschränkungen die sonst üblichen Ehrengäste und Angehörigen nicht geladen werden konnten. "Walter Taubeneder steht seit 2005 an der Spitze des Verbandes von Stadt und Landkreis Passau, der Jahr für Jahr sehr viel Geld in die Hand nimmt und damit für die moderne Ausstattung der Schule sorgt. Wäre die technische Ausstattung nicht so gut gewesen, hätte die Zeit des Online-Unterrichts nicht so gut gemeistert werden können", gab sich der OStD sicher.

Weidenbeck bedankte sich auch bei den Projektbetrieben für die hervorragende Zusammenarbeit. Trotz Corona habe es durchwegs anspruchsvolle Projektarbeiten gegeben. Angelehnt an die Fußball-EM stellte er an die Absolventen gewandt fest, sie würden heute ihr Finale, ihr Wembley haben. "Sie haben unter schwierigen Bedingungen auf dem Spielfeld des Lebens in großartiger Manier einen wichtigen Erfolg für sich selbst errungen, sie haben den entscheidenden Elfmeter verwandelt, die ganze Schule ist stolz auf sie", so der OStD. Jetzt gelte es, das Erlernte täglich anzuwenden. "Ab jetzt liegt die Verantwortung bei ihnen, wir haben ihnen das Rüstzeug gegeben, bringen sie also jetzt ihre Kompetenzen in Wirtschaft und Gesellschaft ein."

Walter Taubeneder attestierte der Schule einen Unterricht auf sehr hohem Niveau. "Das wird sich auswirken und bei der Karriere helfen, denn die Fachschule ist kein Honiglecken." Er sehe die Fachschulen als Aushängeschilder: "In unserer Leistungsgesellschaft ist der im Vorteil, der sich Wissen und Können erworben hat." Dass die Voraussetzungen so gut seien, habe man auch dem Sachaufwandsträger zu danken, ohne den es Schule und Unterhalt nicht gäbe. Nur für das Personal sei der Freistaat zuständig.

Günther Hölzl erklärte, in der Zeugnismappe würden sich auch Abschlussdokumente wie ein Beiblatt mit den Kompetenzen aus den einzelnen Fächern und eine Urkunde befinden, welche die Erlaubnis zum Tragen der geschützten Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfter Techniker" bzw. "Technikerin" ermögliche. Neu sei, dass dies englischsprachig "Bachelor Professional in Technik" heiße und damit die Vergleichbarkeit beruflicher und akademischer Bildungsgänge unterstreiche. Dabei handle es sich um den höchsten Abschluss im beruflichen Bildungswesen. Die besten 20 Prozent eines jeden Jahrgangs würden zusätzlich den "Meisterpreis" in Form einer vom Kultusminister persönlich unterzeichnete Urkunde erhalten. Viele hätten zudem das Zeugnis der Fachhochschulreife für ein Studium an der Fachhochschule erreicht.

Der "Euro-Pass" bescheinige, dass sich die Absolventen in der Stufe 6 von 8 des Europäischen Qualifikationsrahmens bewegen, was eine Bewerbung innerhalb der EU erleichtere. Ein weiteres Papier sei der Sommerpass, mit dem es freien Eintritt zu allen Schlössern und Seen gebe. "Schließlich ist der Meisterbonus zu nennen, mit dem der Freistaat die Mühen der letzten Jahre belohne, und das mit 2000 Euro, die demnächst auf Ihr Konto kommen", versprach Hölzl. Gerade die riesigen Herausforderungen wie der Klimawandel, die Digitalisierung oder die Veränderung der globalen Märkte werden nur mit Hilfe von Meistern und Technikern bewältigt werden können.

Beeindruckend verlief dann die Zeugnisübergabe. Hölzl stellte jeden Absolventen mit seinem Wahlspruch vor, nannte die beruflichen und privaten Ziele und weshalb der Einzelne Techniker geworden sei. Das lockerte das Prozedere auf und war zudem sehr informativ. Die Schüler selbst sprühten geradezu vor Freude und zeigten, wie ehrgeizig und leistungswillig sie sind. Da gab es Leitsprüche wie "Man schafft alles, wenn man auch wirklich will", "Vorsprung durch Technik", "Geht ned, gibt‘s ned" oder "Immer positiv denken, auch wenn es manchmal schwer fällt". Auch die beruflichen Ziele waren interessant zu hören, manches löste auch Heiterkeit aus: "Anerkennung in der Arbeit, ein Haus bauen und Familie gründen", "Die Arbeit nicht als Muss sehen, sondern als eine Leidenschaft, für die man gerne aufsteht" oder "Je höher die Stelle, desto besser". Natürlich war auch "viel Geld verdienen" ein Ziel, aber oft die Zufriedenheit oder ein gutes Umfeld.

Für Heiterkeit sorgte Axel Kretz, der zusammen mit Magdalena Reischl, der einzigen Frau in der Runde, die Ausbildung zusammenfasste. Sein Ziel sei, Bierfahrer zu werden, sagte er mit einem vielsagenden Unterton. Dann stellte er fest, die beiden Jahre seien schon schwer gewesen, man habe aber auch viel gelernt. Er dankte allen und gab zu, eine bessere Ausbildung könne er sich nicht vorstellen. Auch Magdalena Reischl lobte im Rückblick diese Zeit. Nach einem etwas schwierigen Beginn sei der Online-Unterricht sehr gut gelaufen. Schade sei, dass die sonst üblichen geselligen Gemeinschaftsveranstaltungen ausgefallen seien.

MEISTERPREISETechnikerschule Elektro: Johannes Käser, Andreas Nigl und Johannes Zauner (Jahrgangsbester), Technikerschule Maschinenbau: Andreas Ranzinger, Michael Graup, Roland Hoos, Severin Alois Kusser und Jonas Feilhuber (Jahrgangsbester) (PNP vom 

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